Auf in die kühlen Berge

Um 7 Uhr treffen wir Erik vor unserem Hotel. Er ist mit seinem Rennrad gekommen. Na das kann ja heiter werden. Schon wieder so ein schneller Radler. Er führt uns zu einem chinesischen Restaurant und lud uns zum Frühstück ein. Anschließend steigen wir auf die Räder und los geht’s. Wie befürchtet, ist er recht flott. Ich kann nicht mithalten und mache mir dieses Mal auch keine Mühe, schließlich stehen noch min. 70 km und 1500 Höhenmeter auf dem Programm. Wenn ich die schaffen will, dann muss ich mir meine Kräfte einteilen. Clive leistet mir Gesellschaft, während Sebastian mit Erik vorne weg saust.

Erik begleitet uns ca. 20 km, er fährt noch das steilste Stück mit uns ehe er dann wieder umdreht. Er hat am Nachmittag noch eine Besprechung in der Firma.


Eigentlich hatten wir vor gehabt, eine kleinere Straße, 40 km südlich von Ipoh zu nehmen um auf die Berge zu kommen, doch Erik brachte uns direkt auf den Highway. Diese Strecke ist kürzer aber stärker befahren. Der Verkehr hält sich aber Gott sei Dank in Grenzen. Es ist unheimlich heiß und wir schwitzen wieder einmal ununterbrochen. Doch die Aussicht auf kühlere Temperaturen treibt uns voran. Zur Mittagszeit sind wir bereits schon 800 Meter über dem Meeresspiegel und die Luft ist deutlich angenehmer. Seit dem wir bergauf fahren, haben wir kein Straßenlokal mehr gesehen und auch keinen Einkaufsladen. Immerhin haben wir genügend Wasser dabei und so setzen wir uns neben der Straße auf ein paar Treppenstufen und essen Müsli mit Kaffewasser. Da wir keine Milch hatten kochten wir uns Kaffee und weichten darin das Müsli ein. Auch eine besondere geschmackliche Erfahrung 🙂 Während wir essen beginnt es leicht zu regnen. Es ist sehr erfrischend fast schon kalt. Wir radeln weiter durch den Dschungel. Viele verschiedene Bäume sehen wir, wilde Orchideen, große bunte Schmetterlinge, zwei matschige Schlangen und einen über 1 Meter großen Waran. Wahnsinn, so viele seltene Dinge haben wir bisher noch nie entdeckt. Am Nachmittag nimmt plötzlich der Wind zu. Nun haben wir nicht nur mit dem Anstieg zu kämpfen nun bremst uns auch noch der Gegenwind aus. Während wir vor uns hin schnaufen hält ein Auto auf der Gegenfahrbahn an. Sie reichen uns Getränke heraus. Wie lieb von ihnen. Um 16 Uhr, nach 55 km, 1300 Höhenmetern und 5 Stunden Fahrzeit, erreichen wir das erste Lokal. Eine kleine Bretterbude. Dort nehmen wir Platz und trinken Tee. Ich entdecke hinter der Bude eine kleine Wiese. Ich muss gar nicht viel fragen, der Besitzer erlaubt uns sofort, dass wir dort schlafen und in seinem Klo die Dusche nutzen können. Wir beraten uns kurz. Wollen wir heute noch auf den Berg fahren? Ist es sinnvoll? Was haben wir dann davon? Oder wollen wir einfach jetzt frühzeitig aufhören und hier unser Nachtlager aufschlagen? Wir entscheiden uns für letztere Variante. Wir wären schön blöd, wenn wir jetzt noch hoch fahren würden. Es würde spät werden und wir müssten eine Unterkunft suchen. Sparen wir uns das Geld und bleiben hier. Hier haben wir alles was wir brauchen. Wir errichten unser Lager und gehen einer nach dem anderen duschen. Die Dusche fühlt sich eisig kalt an, so kalt wie schon lange nicht mehr. Zum Abendessen tragen wir sogar lange Hosen und Pullover. Wahnsinn, wer hätte das gedacht? Wir schlafen auf 1300 Meter über Meeresspiegel und kuscheln uns in unsere warmen Schlafsäcke!!!!! 🙂 Tolll!!!

2 Gedanken zu „Auf in die kühlen Berge

    1. Sebastian

      Sie war hinter dem Kopf in der ersten Biegung verletzt. Die hat sich von alleine sicher nicht mehr bewegt. Nachdem du uns den Namen genannt hast wissen wir nun auch das diese Schlage sehr giftig ist und es viele Todesfälle in Südostasien deswegen gibt.

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