Endkampf in Albanien

Heute haben wir uns ausnahmsweise mal den Wecker gestellt und so saßen wir um 7 Uhr schon auf den Rädern und wagten uns an den Berg. Uns beiden ging es deutlich besser als vorgestern und so waren die ersten 11 km absolut kein Thema. Die Straße wird momentan ausgebaut, sodass auch hier in naher Zukunft aspahltiert werden kann. Aktuell ist es eine fest gefahrene Schotterpiste auf der es sich auch gut radeln ließ. Doch nach diesen 11 km ging es recht steil bergauf, zwar in Serpentinen doch die Steigung hatte es in sich und die Straße war schlechter als schlecht. Dicke, völlig glatte Steine gemischt mit Schotter. Immer wieder drehten die Räder durch oder das Vorderrad machte unwillkürlich einen Satz zur Seite. Mehrmals mussten wir absteigen und schieben, es war ein mühsames Unterfangen bei dem mit mir die Pferde durch gingen.


Großes Heimweh machte sich breit und ich sehnte mich nach zu Hause, einen Ort der Geborgenheit, wo ich weiß das mein Bett jeden Abend an der gleichen Stelle steht, ich mich ganz unkompliziert unterhalten kann, ohne mich ständig zum Clown machen zu müssen, mir keine Gedanken machen muss wo ich Wasser und Essen her bekomme und so lange duschen kann bis die Haut beginnt zu schrumpeln…..Als wir endlich die Passhöhe erreichten holte mich die gigantische Landschaft aus meinem Trübsal. Wir gaben unsere letzten albanischen Lek für einen frisch gemahlenen Kaffee aus und genossen den Blick auf die Wiesen und Berge. Ein Ort der Idylle. Wenn wir nicht schon so viele Ruhetage in letzter Zeit gehabt hätten, dann wäre ich gerne auf einem der Campingplätze eingekehrt. Doch wir wollen ja auch mal wieder voran kommen und so rollten wir langsam wieder bergab. Immer wieder kamen uns Touristen entgegen, auf Motorrädern und in Autos. Die Saison beginnt, vor allem bei Teschechen ist Albanien sehr beliebt. Wir kommen an eine Kreuzung und freuen uns riesig, eine asphaltierte Straße liegt vor uns. Es ist ein Genuss. Die letzten 3 km bis zur Grenze rollen wir sanft und flott dahin.


Die Ein- und Ausreise verläuft sehr flüchtig. Die Albaner verpassten uns wenigstens noch einen Ausreisestempel. Von den Montenegrern (heißen die denn so?) bekamen wir überhaupt nichts. Ein flüchtiger Blick in den Pass, Schranke hoch und ab geht’s.20150708_0730_IMGP8245_K-30
Wir genießen die Fahrt auf dem super Straßenbelag und entdecken ein Restaurant am Straßenrand. Für 5€ dürfen wir dort zelten. Beim Aufbau des Zeltes brach heute zum ersten Mal eine Zeltstange. Wir haben über die Bruchstelle ein Ersatzröhrchen geschoben und mit Klebeband fixiert. Mal sehen ob es uns bis Deutschland hält.
20150707_1832_P1080247_TZ10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.