10% und es wird noch steiler

Die letzten Kilometer in Vietnam sind unverändert, im Vergleich zu den letzten Tagen. Wir erreichen die Grenze und sind ratz fatz ausgereist und ebenso schnell in Laos eingereist. Es ist nichts los und somit haben sie jede Menge Zeit für uns. Sie stellen uns ein Visum aus, dann dürfen wir laotischen Boden betreten. Absolut unverständlich für uns, doch in Laos scheint die Sonne. Nicht den ganzen Tag, aber als wir einreisen.
Da die Grenze mitten in der Pampa liegt besteht keine Möglichkeit zum Geld wechseln. Die Landschaft ist unverändert doch die Straßen sind in einem guten Zustand und so kommen wir gut voran, außer an den Hügeln. Den Laoten hat niemand gezeigt, dass man auch Serpentinen anlegen kann. Nein, die Straßen führen mit 10- bis 15-prozentiger Steigung den Berg hinauf. Es ist sehr anstrengend und so sind wir sehr schnell müde und wollen eine Mittagspause machen, doch außer Keksen und Bonbons haben wir nichts dabei. In einem kleinen Dorf entdecken wir eine Papaya. Sebastian zeigt der Frau, dass wir nur vietnamesisches Geld haben. Sie kann damit nichts anfangen und ruft einen Mann herbei. Er gibt sein Okay und wir können die Papaya kaufen. So sitzen wir wenig später am Straßenrand, essen Papaya und Kekse. Anschließend geht es weiter, wieder einen Berg hinauf. Es ist so mühsam.


In einem weiteren Dorf wollen wir Bananen kaufen, doch dort nehmen die Einheimischen das Geld nicht an. Sehr dumm….denn nun müssen wir wohl bis in die nächste Stadt radeln, da wir bald kein Wasser mehr haben und außer Keksen ist auch nichts drin.
So strampeln wir weiter, arbeiten uns mit jedem Pedaltritt höher die Hügel hinauf und grüßen die Kinder am Straßenrand. Sie rufen uns lauthals „Sabbadiii“ zu, selbst die Kleinsten, die so aussehen als hätten sie so eben erst sprechen gelernt, stehen am Zaun und winken und rufen uns zu. Wir fühlen uns willkommen.
Um 17 Uhr erreichen wir die erste Stadt seit dem wir in Laos sind. Ich bin fix und fertig und so setze ich mich durch und wir suchen ein Gästehaus. Jetzt noch einkaufen und einen Schlafplatz suchen, da wäre es schon längst dunkel und der Krach wäre wieder vorprogrammiert. Nachdem wir Geld abgehoben haben steuern wir ein Gästehaus an, lassen dort die Räder stehen und kehren in ein Restaurant ein. Ein junger Mann kommt auf uns zu. Er spricht sehr gebrochen Englisch und hilft uns ein wenig mit der Bestellung, anschließend lud er uns zu sich an den Tisch ein. Nachdem wir gegessen haben setzen wir uns noch ein paar Minuten zu ihm. Er hat sich dort mit Freunden getroffen, sie schenken reichlich Bier aus, weshalb er sich immer wieder entschuldigt, dass er schon ein bisschen betrunken sei. Doch unserer Meinung war alles noch im Rahmen. Er lehrte uns die Zahlen von 1-5 und das Wort „Deutschland“ auf laotisch. Da es ein ziemlich anstrengender Tag war, sind wir hundemüde und so verabschieden wir uns alsbald von ihm. Wir wollen ins Bett.
Als wir in unserer Hütte ankommen, begrüßen uns 3 eklige überdimensionale Schaben und überhaupt entspricht das Zimmer nicht ganz meinen hygienischen Ansprüchen. Da komme ich auf die Idee, man könnte doch das Zelt vor der Hütte auf der Wiese aufstellen. So gehe ich raus und suche die Besitzer. Es ist ein langes hin und her, das Ende vom Lied: Nein wir dürfen hier nicht zelten. Okay dann eben nicht, dann zelte ich drin 😀
Da kam mir plötzlich so ein Blitzgedanke 🙂 Wir können doch unser Innenzelt auf dem Bett aufbauen? Dann sind wir erstens vor Moskitos geschützt (müssen unser Moskitonetz nicht aufhängen), ich schlafe dennoch in meinem eigenen Dreck und ich muss keine Angst haben, dass mir in der Nacht so ein Schabenvieh übers Gesicht wandert und vielleicht meinen Körper von innen inspizieren will. Perfekt. Gesagt getan! Toll 🙂20141210_0557_IMGP0664_K-30

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