13 Grad und es wird noch kälter…

Die komplette Nacht hindurch hatte es geregnet und so waren wir umso mehr überrascht als wir am Morgen in ein recht „gutes Wetter“ blickten. Es war zwar sehr bewölkt doch die Berge waren sichtbar und es regnete nicht mehr. Wir packten ein und radelten los nach Chiavenna. Ab dort ging es dann spürbar bergauf. Unterwegs trafen wir auf Thomas. Er hatte den gleichen Weg wie wir und so radelten wir für den Rest des Tages gemeinsam weiter. Die Herren vorne weg, ich hinterher. Der Maloja-Pass war leicht zu fahren. Verkehr und Steigung hielten sich in Grenzen.

Je höher wir allerdings kamen desto kühler wurde es und es war ein ständiges hin und her zwischen Anziehen und Ausziehen. Ohne Jacke war es zu kalt, mit Jacke war es zu warm. So entschlossen wir uns ohne Jacke zu fahren und lieber bergauf etwas zu frieren, dafür aber oben am Pass angekommen noch genug warme Kleidung übrig zu haben. Durch die vielen Wolken blieb uns leider der Blick auf die 3000er verwehrt. Auch als wir die Hochebene erreichten, sahen wir den See und die Bergwände dahinter verschwanden in weißen flauschigen Wolken. Es war sehr kalt und so lud uns Thomas kurzerhand auf einen Kaffee ein. So huschten wir für eine Stunde in ein Cafe und wärmten uns wieder auf. Anschließend trennten sich unsere Wege.

Thomas radelte weiter nach St. Moritz und wir hielten Ausschau nach einem Nachtplatz. Allerdings war dies recht schwierig, da jede Wiese von Kühen, Pferden oder Spaziergängern belagert wurde. Wir kamen an einem kleinen Hof vorbei und wollten fragen ob wir dort zelten dürfen, doch niemand war da. Sebastian startete einen zweiten Versuch bei einem Restaurant, doch wir wurden freundlich weiter geschickt und zwar zu einem öffentlichen Campingplatz. So ein Mist. Wir radelten weiter und erreichten auch alsbald den Campingplatz doch wir ließen ihn links liegen und fuhren daran vorbei. Wir wollen nicht wissen was uns diese Nacht sonst gekostet hätte. Wir begannen mit der Auffahrt des zweiten Passes, dem Julier-Pass. Nach der 4. Serpentine erreichten wir einen Parkplatz. Unterhalb von ihm entdeckte Sebastian ein winziges Plätzchen im Wald. Und es sah so aus, als hätte genau an dieser Stelle vorige Nacht schon jemand geschlafen. Das Gras war noch sehr nieder gedrückt. Wir bauten schnell das Zelt auf und huschten hinein. Es war schweinekalt. So kalt dass wir sogar die allabendliche Wäsche ausfallen ließen. (Wir befinden uns auf 1900 Metern über dem Meer) 20150911_1806_IMGP9753_K-30
Danke Mareike, für deine tolle Jacke!! Sie kam genau zum richtigen Moment. Wir hatten in Asien unsere halbe Wintergarnitur nach Hause geschickt, so auch unsere Jacken. Damals gingen wir davon aus, dass wir im Falle das es frisch wird, einfach all unsere restlichen Klamotten übereinander ziehen. Doch nun schenkte mir Mareike ihre alte Radel-Jacke, die ich bei den aktuellen Wetteraussichten absolut nicht ablehnen konnte. Super! Vielen lieben Dank!

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