Der Sturm kommt…

Um halb 8 sind wir abholbereit und stehen am abgemachten Treffpunkt. Der Himmel ist mit dichten, grauen Wolken behangen, es geht ein wenig Wind, doch das Meer ist ruhig. Wir sitzen eine halbe Stunde am Treffpunkt bis wir endlich von einem Kleinbus abgeholt und zum Hafen gebracht werden. Auf dem Weg dort hin sammeln wir noch weitere Reisende ein, die mit uns an Bord gehen werden. Am Hafen sitzen wir dann nochmals etliche Minuten herum. Niemand weiß was los ist, so warten wir und warten und eine Vietnamesin nutzt die Gunst der Stunde um uns sämtlichen Kitsch und „Markenklamotten“ aufzuschwatzen. Im ersten Moment könnte man wirklich glauben, dass die Ware echt ist, doch beim genaueren Hinsehen sieht man sofort Unterschiede. Da kann die Verkäuferin noch so breit lächeln und immer wieder sagen: „Original…original“.


Ca . 9 Uhr kommt dann ein Mann, von unserem Touranbieter, auf uns zu. „Sorry“ sagt er, „wir müssen die Bootstour absagen! Das Wetter ist schlecht, für heute wurde Sturm vorhergesagt und draußen ist die See rau. Es ist zu gefährlich! Die Regierung hat uns verboten mit dem Schiff hinaus zu fahren!“
….. Na super!! Wir hatten uns so darauf gefreut…Der Mann sagt, morgen soll es besser sein, die Tour wird auf morgen verschoben. Nun, wir können nichts tun, es ist so und da geht Sicherheit nun mal vor.
Wir fragen nach Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, der Mann berichtet uns wir könnten in die Stadt gehen, dort gäbe es allerhand Einkaufsläden und Cafes. Er nimmt uns sogar noch ein Stückchen in seinem Auto mit. Dann gehen wir zu Fuß weiter. Wir überqueren eine knapp 1 km lange Brücke, während wir darüber laufen spüren wir die Vibration und der Wind bläst uns ein bisschen um die Ohren. Im Hafen liegen unzählige Schiffe, sie alle dürfen nicht auslaufen. Über Umwege gelangen wir in die Stadt.

Auf einem Markt machen wir einen ganz grausigen Fund und man merkt eindeutig am Verhalten der Vietnamese, dass sich hier selten ein Tourist hin verirrt.

Bitte das hier nur anklicken wenn man tote Hund und vor allem Katzen sehen will, wir hatten danach erst mal keinen Hunger mehr!
Nach dem wir uns mit Reis und Gemüse gestärkt hatten, suchen wir den Aufstieg zu einem Berg, von dort soll man eine wunderbare Aussicht auf die Bucht haben. Trotz der Bewölkung und des einsetzenden Nieselregens machen wir uns auf die Suche nach dem Weg. Es dauert eine Weile bis wir ihn finden, da sich der Aufstieg mitten zwischen den Häusern befindet. Hätten Einheimische uns nicht den Weg gewiesen, hätten wir es auch nicht gefunden.
Nach ein paar Treppenstufen stehen wir plötzlich vor einem verschlossenen Tor, eine Frau kommt zu uns und fuchtelt mit den Händen herum. Man könnte es als „Nein, nicht zugänglich“ deuten. Doch nachdem wir fragen ob wir ein Ticket kaufen müssen, nickt die Frau und verlangt für uns vier zusammen, 2 Dollar. Wir geben ihr das Geld und sie öffnet uns das Tor. Es ist schon sehr alt und rostig und vom Wetter verzogen. Sie muss schwer daran ziehen um es auf zu bekommen. Wir folgen einer langen Treppe, links und rechts Gestrüpp, der Weg sieht nicht sehr gepflegt aus und wirkt auch nicht so, als würden hier täglich Touristen hoch marschieren. Auf halber Höhe endet die Treppe und Felsen bilden die nächsten Stufen, der Regen nimmt mehr und mehr zu und lässt die Steine rutschig werden. Wir müssen sehr aufpassen und krackseln teilweise auf Händen und Füßen bergauf. Alles wirkt verwildert, wir fühlen uns wie kleine Kinder und Entdecker, wir entdecken einen Berg 🙂 Nach ca. 30 Minuten erreichen wir die Spitze und sind überwältigt vom Anblick. Trotz des schlechten Wetters und den vielen Wolken, wir haben eine tolle Aussicht auf die Bucht die unter uns liegt, mit ihren Kalksteinfelsen. Es wirkt mystisch. Wir bereuen es keine Minute, dass wir hier hoch geklettert sind.


Mittlerweile hat es sich so ziemlich „eingenieselt“. Wir müssen sehr vorsichtig sein beim Abstieg und so kommen wir unbeschadet wieder unten an. Wir suchen die nächstbeste Lokalität auf, essen Eis und trocknen ein wenig, ehe wir den Rückweg antreten.
Gegen 17 Uhr erreichen wir wieder unseren Stadtteil in dem wir wohnen. Es war ein langer Tag und wir sind alle hundemüde. Wir essen etwas Leckeres zu Abend und kehren dann auf unsere Zimmer zurück.

Es regnet immer noch, mal mehr mal weniger stark. Laut Wetterbericht soll es morgen etwas besser sein, wir können es nicht ganz glauben, doch wir lassen uns einfach mal überraschen. Vielleicht klappt es ja doch noch mit der Bootstour.

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