Plantage, Plantage und noch mehr Plantage

Kein Regen in der Nacht. Dafür hängen am Morgen dicke, dunkle Wolken über dem Meer. Die Luftfeuchtigkeit treibt uns wieder die Schweißperlen aus der Haut, wir kommen kaum mit dem trinken hinterher. Gott sei Dank ist es so sehr bewölkt, dass die Sonne keine Kraft hat hindurch zu kommen. Die Landschaft ist recht eintönig. Wir fahren ca. 80 km nur durch Palmölplantagen. So weit das Auge reicht sehen wir in der Umgebung nichts anderes.

Hin und wieder erblicken wir Affen die sich waghalsig von Stromleitungen in die Tiefe stürzen und ein Schild weißt darauf hin, dass es hier Elefanten gibt.

Wir sehen keine, aber wie wir später erfahren, soll es wohl einige von ihnen in den Plantagen geben. Scheinbar finden sie dort viel und gute Nahrung. Sebastian entdeckte noch einen Waran. Er war beinahe 2 Meter lang. Ehe er aber die Kamera bereit hatte, verschwand er schon im Gebüsch. Wir strampeln und strampeln, Ziel ist es heute nach Sedili zu kommen. Dort soll ein Mann leben, der gerne Radfahrer beherbergt. Auf „warmshowers“ hatten wir ihn entdeckt. Sedili erreichen wir nach 84 km zur Mittagszeit. Wir essen etwas und rufen dann bei dem besagten Mann an, sein Name ist Bob. Bob holt uns an einer Kreuzung ab, wir sollen ihm folgen. Er fährt mit einem alten Auto vor uns her, er selbst sieht auch schon etwas älter aus. Wir fahren hinaus aus der Ortschaft und etwas zick zack durch die Landschaft, ehe wir bei ihm ankommen. Bob heißt uns herzlich willkommen und zeigt uns sogleich wo wir schlafen können. Entweder in einem Zimmer mit vier Betten und Bad, oder in einem Boot. Das Boot gefällt uns natürlich auf Anhieb, es hat sogar eine Klimaanlage 🙂 Nachdem wir eingezogen und frisch geduscht sind, setzen wir uns mit Bob zusammen und er enthüllt das Rätsel über seine kleine Oase. Auf den ersten Blick sieht es aus, als sei es eine kleine Ferienanlage, doch das ist es nicht. Es ist sein privates Grundstück auf dem er unter anderem einen kleinen Gebetsraum und ein Klassenzimmer für Islamunterricht errichtet hat. Jeden Samstag findet Unterricht für Leute statt, die in den Islam konvertieren wollen. So wie es seine Chinesische Frau vor wenigen Jahren gemacht hat. Die Organisation nennt sich MCMA = Malaysian Chinese Moslem Accociation. Er selbst ist pensionierter Bänker, was man hier deutlich sieht und hat zwei Frauen. Wie er uns erzählt verstehen sich die beiden aber bestens so dass gestern Abend mal wieder ein riesiges Familienfest statt gefunden hat.

Was hat es nun mit den Radfahrern auf sich, obwohl er selbst gar keiner ist?
Vor zwei Jahren traf Bob ein Radlerpärchen im Dorf und lud sie zu sich nach Hause ein. Diese erzählten ihm von „warmshowers“, daraufhin wollte er sich dort registrieren. Seither hatte er 12 Radler zu Gast. Bob ist ein sehr freundlicher Mann und möchte helfen wo es nur geht und so gut er kann. Und sein größter Wunsch ist es, mit seiner Gastfreundschaft und Gesprächen, anderen Menschen, bevorzugt natürlich westliche Touristen!, zu zeigen, dass Moslems keine Terroristen sind. Sie tun uns Leid, die vielen Moslems, hier in Malaysia haben wir das nun schon so oft gehört.
Wir schilderten Bob unsere weitere Planung bis Singapur. Wir haben noch 5 Tage übrig, in Singapur wären wir aber schon an einem Tag. Wir dachten, wir könnten noch mal an einen Strand, doch auf Grund der teuren Unterkünfte und des instabilen Wetters ist uns eigentlich gar nicht mehr danach. Bob erzählte uns, dass es hier ganz in der Nähe einen wunderschönen Strand gäbe und er lud uns ein, so lange hier zu bleiben wie wir wollen. Da uns Bob doch recht sympathisch erscheint können wir uns diese Option gut vorstellen. Doch nun warten wir erst einmal ab, wie der Abend wird.

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