Was machen wir nun??

Das Wetter war recht durchwachsen und für unsere Verhältnisse sehr frisch. So genossen wir es umso mehr bei Nadine sein zu können, in einem warmen und trockenen Zuhause. Während Nadine und ich mit ihren zwei Jungs spielten ging mit Sebastian der Hausmann durch. Er buk was Nadines Lebensmittelvorrat nur so her gab: Streußelkuchen, Waffeln und Kartoffelbrot. Uns ging es also richtig gut 🙂

Am Donnerstag setzten wir die Fahrt wieder fort. Wohin? Das wussten wir auch nicht so recht. Denn zwei weitere Besuchstermine in und um München können leider nicht statt finden. So stellten wir fest, dass damit unsere Planung zu großzügig ist. Von Nadine aus bis in Sebastians Heimat benötigen wir niemals eine Woche, doch vor Samstag den 26.9. zu Hause anzukommen erscheint uns blöd. So radelten wir quasi ins Blaue und überlegten wie es weiter gehen soll. In Isny machten wir Pause und hielten Kriegsrat auf dem Markt. Mir war so ziemlich nach Ausruhen und Nichtstun. Warum nicht die Reise ganz entspannt in einer schönen Unterkunft ausklingen lassen?


Wir radelten weiter und dachten über diesen Plan nach. Am Nachmittag erreichten wir Memmingen. Übrigens ein sehr hübsches Städtchen! In einem Cafe bezogen wir Internet und suchten nach Hotels in der Umgebung. Doch scheinbar will am Wochenende jeder verreisen. Alles war ausgebucht. Das bestätigten uns auch die Damen von der Touristinfo. Wir entdeckten im Internet eine Pension in Rot a.d. Rot. Die Homepage war vielversprechend und weit weg war es auch nicht. Also machten wir uns auf den Weg dort hin. Doch wir hätten vorher mal genauer auf die Karte blicken sollen, dann hätten wir gleich gesehen, dass es keinen direkten Weg gibt. So dauerte es noch über eine Stunde inkl. Kleine Bergwertung, bis wir endlich in Rot ankamen. Mittlerweile hatten uns die dunklen Regenwolken, die uns den ganzen Tag gefolgt waren, eingeholt und so erreichten wir die Pension patschnass. Sebastian lief an die Eingangstür und stockte: „Heute Ruhetag“. Man sind wir doof. Wir hätten vielleicht vorher mal anrufen sollen, dann hätten wir uns den Weg sparen können. Doch Gott sei Dank steht da noch etwas, nämlich, dass man dennoch nach einem Zimmer fragen kann. Man muss nur zum Nachbarhaus gehen und klingeln. Gesagt getan, wir klingeln am Nachbarhaus. Ein junger Mann öffnet die Tür und wir fragen ihn nach einem Zimmer. „Ohje“ sagt er: „Ganz schlecht, ich habe nur noch ein Einzelzimmer frei, für diese eine Nacht. Die nächsten Tage ist komplett ausgebucht.“ Das gibt es doch nicht. Wir stehen im strömenden Regen und sehen uns und ihn ratlos an. Dann bittet er uns herein. Ich soll mir einfach mal das Zimmer ansehen und entscheiden. Das Zimmer ist recht geräumig und das Bett ist ca. 1,20 m breit. Da passen wir auch locker zu zweit rein. Für den Chef ist es auch kein Problem, also dürfen wir bleiben. Wir beziehen unser kleines Zimmerchen, huschen in die warme Dusche und liegen dann im Bett und schalten den Fernseher ein. Das erste Mal auf unserer Reise, dass wir den Fernseher einschalten und jeden Sender verstehen. Zumindest von der Sprache, manche Inhalte sind uns aber nach wie vor sehr fremd oder noch fremder geworden. Wir sehen uns eine Komödie an und fühlen uns wie vor 1 ½ Jahren, als wir zu Hause gemütlich auf dem Sofa lagen, mit Gummibärchen, Schokolade und Co.

Trotz des engen Bettes haben wir sehr gut und lange geschlafen. Um 9 Uhr machen wir uns bereit für das Frühstück. Es ist reichlich und vielfältig. Wir schlagen kräftig zu. Ein Blick nach draußen verspricht einen wechselhaften Tag. Immer wieder regnet es, das kann ja heiter werden. Um halb 11 sind wir startklar und radeln nach Krumbach, von dort geht es weiter Richtung Augsburg.

Den ganzen Tag über ist es kühl und feucht, immer wieder schauert es, dennoch kommen wir gut voran. 10 km vor Augsburg schlagen wir unser Nachtlager auf einer großen Wiese auf. Ein herrlich kitschiger Sonnenuntergang begleitet uns in die dunkle Nacht.20150918_1925_IMGP9836_K-30

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