Wir werden wieder verstanden :-)

Wir schwingen uns auf die Räder und steuern den nächstbesten Einkaufsladen an. Und oh Wunder, es ist wahr…hier gibt es Butter und Käse. 🙂 Uns geht das Herz auf bei diesem Anblick und koste es was es wolle, ein Stück Käse muss her. Mit Käse und Butter im Gepäck radeln wir weiter, immer auf der Suche nach Baguette. Es dauert eine Weile bis wir es finden. All zu oft scheint es dies nicht zu geben, weshalb wir gleich mal auf Vorrat einkaufen 😀 10 Stück um genau zu sein. An einem kleinen Markt, probieren wir noch einen Teil der exotischen Früchte aus. Mit Gepäcktaschen die vollgestopft sind mit Essen, machen wir uns dann endlich auf den Weg Richtung Hanoi.
Die Landschaft ist die Gleiche wie in China, doch die Menschen sind viel offener. Sie lachen, winken und „Hello“ kann hier auch jeder sagen. Kinder, zumeist junge Burschen, steigen auf die Räder und fahren uns hinterher. Wir fühlen uns an Zentralasien erinnert. Es ist ein schönes Gefühl, wir fühlen uns willkommen!


Wir fahren auf kleinen Landsträßchen auf und ab. Die Steigungen haben es zum Teil in sich und da wird uns auch erst so richtig die tropische Luft bewusst. Wir haben zwar nur 25 Grad und es ist bewölkt, doch bei kleinster Anstrengung bricht der Schweiß aus. Das Auf und Ab mag gar kein Ende mehr nehmen. Es ist zermürbend und ich bin mal wieder an dem Punkt, an dem ich alles hin schmeißen will. Man hat das Gefühl, dass man überhaupt nicht voran kommt. Man quält sich bergauf, hat noch nicht einmal eine Aussicht!, rollt wieder bergab, mit der Gewissheit, dass das gleiche Spiel gleich wieder von vorne beginnt. Mir sind die Pässe in den hohen Bergen viel lieber, da weiß ich am Ende was ich geschafft habe und zumeist wird man mit einer tollen Aussicht belohnt. Nun denn, auch diese Zeit wird vorüber gehen.
Am Abend decken wir uns nochmals reichlich mit Wasser ein. Ebenso befüllen wir unseren Wassersack, damit wir uns waschen können. Wir sind sprachlos, als ich den leeren Wassersack aus der Tasche ziehe, auf einen Wasserhahn zulaufe und ein älterer Herr sofort erkennt was ich vorhabe. Ja wahnsinn 🙂 das waren wir von den letzten Wochen überhaupt nicht mehr gewohnt, dass jemand anhand unserer Körpersprache erkennt was wir wollen. Toll!!! 🙂
Vollgepackt mit Wasser und Essen geht es den nächsten Hügel hinauf, natürlich sind die Schlafplätze wieder rar. Immer wieder halten wir an und verfolgen ein Stück die Trampelpfade, die von der Straße abgehen, in der Hoffnung einen Platz zu finden. Es dauert eine Weile bzw. ein paar Höhenmeter, bis wir einen Pfad finden der auf das Dach eines Wasserhäuschens führt. Das ist doch wie gemacht für uns. 4 Meter von der Straße entfernt, durch Gestrüpp halbwegs blickgeschützt und der Betonboden, besser als Matsch 🙂 Hier lassen wir uns nieder.20141121_1643_IMGP9834_K-30 Um 6 Uhr ist es nun stock dunkel und mit der Dunkelheit beginnen wieder die Grillen. Sie schrubben ihre Beine aneinander als gäbe es keinen Morgen mehr. Es sind riesige Tiere, ca. 10 cm lang. Apropos Insekten, heute habe ich auf dem Markt zum ersten Mal Maden, Raupen und Würmer gesehen, die zum Verzehr angeboten wurden. Natürlich haben sie noch gelebt und sind in den Wannen herum gewuselt. Ich bin gespannt wann und vor allem wer von uns beiden als erstes so ein Ding zu essen bekommt. Sebastian hat ja noch immer nicht so eine „leckere Delikatess-Hühnerkralle“ verkostet.

2 Gedanken zu „Wir werden wieder verstanden :-)

  1. muh macht die Kuh

    oh die Drachenfrucht lässt erinnerungen aufkommen – die macht einen knallrosafarbenen Mund :D…

    10 laibe Brot 😀 Sebastian hast du Angst das es jetzt wieder eine längere Durststrecke kommt?! Genieß es soll dir gegönnt sein ^^.

    1. Sebastian

      Hi, so viel ist das nicht. 10 laibe Brot ist bei weitem übertrieben, die würden uns sicherlich ja 2 Wochen reichen. Es waren 10 sehr luftige kleine Baguette, maximal 30 cm lang. Für ein Mittagessen gehen z.B. schon 4 von den 10 Stück drauf! 😉

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