Zwischen Seniorengruppen an der Etsch entlang

Die Nacht war alles andere als super! Mindestens stündlich brauste in 5 Metern Entfernung ein Zug, hauptsächlich Güterzüge, an uns vorbei. Es war ein ohrenbetäubender Lärm und jedes Mal schreckten wir auf. Ich war froh als die Nacht rum war und scheuchte Sebastian aus dem Zelt. Ich wollte so schnell es nur ging weg von hier. Lahme Schnecken bremsten mich hierbei aber aus. In der Nacht hatte es sehr viel und ausdauernd geregnet. Beste Party-Zeit für diese schleimigen Artgenossen. Sie rutschten über das Zelt, in die Schuhe, auf Satteltaschen und Räder. Und als wären sie nicht schon genug, paarten sie sich noch eifrig. Nachdem alles halbwegs schneckenfrei war machten wir uns ohne Frühstück auf den Weg nach Bozen. Das wollten wir lieber dort auf dem Marktplatz in aller Ruhe machen.

Schnell war Bozen erreicht, wir frühstückten unter einem Baum vor der Kirche. Gesättigt und zufrieden rollten wir noch ein wenig durch die engen Gassen. Ein schönes Städtchen. Wir verließen Bozen, der Himmel sah heute deutlich besser aus als gestern.


Bei einem Blick zurück konnten wir sogar ein paar spitze und sehr markante Gipfel der Dolomiten sehen. Wir radelten entlang der Etsch und waren dort nicht alleine. Viele Radtouristen waren unterwegs. Hauptsächlich geführte Gruppen und vorwiegend älteres Semester. Bei den ein oder anderen Radlern hingen wir uns in den Windschatten und ließen uns mitziehen. Im Großen und Ganzen waren nämlich alle deutlich schneller als wir, da sie E-Bikes hatten. Dennoch war es zu Beginn recht frustrierend wenn man vor sich hin strampelt und plötzlich von einer Oma im Affenzahn überholt wird. Da guckte ich das ein oder andere Mal recht blöd. Aber nun ja, erstens hatten sie ein Elektrorad, zweitens kein Gepäck und drittens hatten sie bestimmt die letzte Nacht in schönen weichen Betten verbracht, gut gefrühstückt und der Besenwagen fuhr immer schön brav vorne weg, so dass sie merhmals die Möglichkeit hatten bei ihm zu stoppen und Kaffe und Kuchen einzunehmen. Was für ein Leben. Ein bisschen neidisch war ich ja schon 😀 Wir erreichten Trento, ein wirklich hübsches Städtchen. Wir sahen uns das Zentrum an und aßen leckeres italienisches Eis 🙂

Gestern hatte man noch das Gefühl man sei in Österreich. Alle konnten Deutsch und auch die Häuser sahen aus wie in Österreich. Doch nun zeigt sich das Italien. Schilder werden nur noch auf Englisch übersetzt und überall wird italienisch gesprochen. Auch die Häuser sehen anders aus. Das Zentrum von Trento war sehr hübsch. Wir rollten durch die Gassen ehe wir dann die Stadt verliesen und meinem Wunsch gerecht wurden auf einen Campingplatz zu gehen. Ich sehnte mich nach einer ausgiebigen Dusche und nach nichts tun. Ich war hundemüde.
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4 Gedanken zu „Zwischen Seniorengruppen an der Etsch entlang

  1. Martin

    Hallo mal wieder,
    ich hinke entwas hinterher mit dem Lesen, da auch ich abseits des INternet unterwegs war und nun die Arbeit viel Zeit beansprucht. Kann es sein, dass dieser Beitrag eher unter Italien als Österreich hätte landen müssen.
    Bis dann
    Martin

    1. Sebastian

      Hallo,
      völlig richtig erkannt, muss natürlich Italien sein. Habs korrigiert. Ich bin oft überrascht mit welcher Präzision so manch einer die Beiträge liest!

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