Bohinjsko jezero

Niemand kam mehr vorbei um uns zu verscheuchen, so konnten wir gut schlafen. Am Morgen war das Zelt klatschnass. Man hätte meinen können, dass es geregnet hat, doch es war nur Tau. Die Sonne war glücklicherweise schnell da und so konnten wir am Ende doch noch alles trocken einpacken. Wir radelten auf kleinen Sträßchen durch die Wälder. Wie sich heraus stellte war es ein ausgeschilderter Radweg. Kurz aber sehr schön.

Wir erreichten Bled, ein absoluter Touristen-Hot-Spot. Bled hat einen See in dessen Mitte eine hübsche Kirche steht. Rund um den See befinden sich Badestrände und Freizeitangebote. Es ist der Teufel los. Kein Wunder, ist ja auch Hochsaison und Wochenende. Wir hielten uns nicht lange auf sondern bogen gleich wieder auf die Hauptstraße ab um an den Bohinj See zu gelangen. Die Straße schlängelte sich am Fluss entlang, ganz leicht bergauf. Nach 20 km erreichten wir den See. Massenhaft Touristen doch wir fanden trotzdem noch ein Plätzchen am Strand. Ein schöner See vor allem mit der Bergkulisse. Wir machten lange Mittagspause ehe wir dann noch an das Ende des Sees radelten.


Dort entdeckten wir einen Campingplatz. Mitten im Wald standen Zelte. Wir waren neugierig was er kostet und radelten an den Eingang. Eine Schranke versperrte den Weg, an ihr hing ein Schild „Complete full!“ Das glauben wir sofort. Zumindest für Autos und Wohnmobile ist kein Platz mehr. Dennoch erkundige ich mich nach den Preisen: 10 € pro Person = 20 € für uns beide eine Nacht. Willkommen in der EU, willkommen im Euroland. Wir treten den Rückweg an, da meint ein Mann (er sah aus wie ein Angestellter des Platzes) wir sollen ruhig herein kommen, für uns würde man schon noch ein Plätzchen finden. Nein Danke! Das ist uns zu teuer und außerdem will die Sanitären Anlagen bei 500 Leuten sicher niemand mehr benutzen. Wir suchen uns lieber ein kostenloses Plätzchen weit außerhalb. Gesagt getan, wir zogen wieder von dannen und füllten an einem Brunnen unseren Wasservorrat für die Nacht auf. Touristen sahen uns erstaunt dabei zu. Sie werden sich wohl gefragt haben, was wir mit den 10 Litern Wasser vor haben. Überhaupt fühlen wir uns in letzter Zeit sehr begafft. Hier in Slowenien sieht man des öfteren Radler, auch mit Gepäck. So sollte man meinen, dass es nichts mehr außergewöhnliches ist, dennoch stehen immer wieder Menschen vor uns oder an unseren Rädern und sind völlig erstaunt. Warum? Sehen wir so anders aus als die anderen Radfahrer? Stinken wir? Wir sind noch nicht dahinter gestiegen was das Rätsels Lösung ist. Vielleicht sieht man unseren Rädern einfach an, dass sie schon einiges erlebt und überlebt haben?
Mit genügend Wasser im Gepäck radelten wir die Straße zurück Richtung Bled. Nach dem an ein-zwei Wiesen Schilder zu sehen waren, das campen dort verboten sei, fanden wir endlich eine abgemähte Wiese. Wir ließen uns dort nieder. Beim Abendessen kam ein Mann mit Hund vorbei, er grüßte uns freundlich und lief weiter. Ihn schien es nicht zu stören, dass wir hier schlafen wollen. Mal sehen ob uns noch jemand beehrt. Währenddessen sehen wir wie auf der Hauptstraße Wohnmobile vorbei fahren. Wo die heute wohl schlafen werden? Es gibt noch einen zweiten Campingplatz, doch dieser ist mit Sicherheit auch voll, und die Nacht auf Parkplätzen zu verbringen ist nicht gestattet. Dies machen sehr viele Schilder deutlich. In Bled gibt es noch Zeltplatz. Doch der war heutige Mittag schon gerammelt voll. Da steht man als Camper in Bled und um Bled herum ganz schön bled da.

2 Gedanken zu „Bohinjsko jezero

  1. Daniel

    Von Ljubljana über Vrsicpass und an den Bohini See ist ja nicht gerade die Diretissima… Bohinisee ist aber schon klasse. Bild 10 und 11 müsste ich auch noch irgendwo haben, allerdings sind da Pia und Isabel drauf. (Hinter dir müsste ein Café mit Kletterfelsen gewesen sein) Über die Brücke Bild 15 sind wir auch drüber geradelt auf dem Weg zum CP „Bohinij). Da kommen die Erinnerungen wieder hoch…
    Gruß, Daniel

    1. Sebastian

      Ja, wir hätten von Ljubljana auch 40 km zum Bohini fahren können statt der gut 360 km. Aber wie es eben so schön heißt, der Weg ist das Ziel. 😉 Von Kranjska Gora jetzt nach Flachau wären es ja auch nur 170 km, doch der kleine Umweg über Graz und Wien ließ uns ca. 1100 km radeln. Sehr gutes Gedächtnis, hinter Bild 10 & 11 war tatsächlich eine Kletterwand, das mit dem Café passt ja quasi immer. 😉 Den CP Bohinij haben wir auch von außen gesehen, doch wir verbrachten lieber nur den Tag am See, das war uns dann doch zu viel. (Auflauf und Geld)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.